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Die Definition und das Textilkennzeichnungsgesetz Laut Textilkennzeichnungsgesetz ist Leinen "aus der Flachspflanze gewonnene Bastfaser, die aus vielen durch Pflanzenleim (Pektin) zusammengeklebten Elementarfasern besteht". Im Allgemeinen versteht man unter Leinen Fäden (Gewebe) aus Flachfasergarnen. Die Historie Leinen gehört zu den ältesten Naturfasern, die schon ca: 4000 v. Chr. genutz wurde. Die Ägypter brauchten Leinen für die Präperation ihrer Mumien. Die Blütezeit erlebte Leinen im Mittelalter. Die Flachspflanze Leinen wird aus Flachs gewonnen. Die Flachspflanze ist einjährig und hat eine weiße - hellblaue Blüte. Flachs wird je nach Art im März - Mai oder im Juni gesät. Die Ernte erfolgt dann jeweils etwa drei Monate später, nachdem die Pflanzen ein Höhe von etwa 80 - 120cm erreicht haben. Neben den Bastfasern wird aus der Flachspflanze auch Leinöl gewonnen. Für Flachs ist ein gemäßigtes Seeklima die beste Wachstumsgrundlage. Die Produktion Beim Raufen werden die Flachstengel mit den Wurzeln geerntet. Danach folgt das Riffeln, bei dem die Samenkapseln von den Stengeln getrennt werden. Beim Rösten (Rotten) im warmen Wasser wird die Substanz (Pektin), die im Flachsstengel die Holzteile mit dem Bast verbindet, zerstört. Jetzt werden die Flachsstengel geknickt, so daß die Holzteile zerkleinert werden. Diesen Vorgang nennt man Brechen. Nach dem Schwingen in der Schwingmaschine sind die Bastfasern von den Stengelteilen (Holzteilen) getrennt. Durch diese Arbeitgänge hat man jetzt die Bastfasern aus dem Flachstengel gewonnen. Nun muß dieser Bast noch gereinigt werden und für das Verspinnen vorbereitet werden. Dies passiert beim Hecheln in der gleichnamigen Maschine (siehe Abbildung). Der Bast wird in der Hechelmaschine in Faserbündel aufgeteilt, die verspinnbar sind. Leinen wird feucht und nach dem Bastfaserspinnverfahren versponnen. Die Ausrüstungs- & Veredelungsverfahren Beim Cottonisieren werden Flachsfasern mit Hilfe von Laugen oder Säuren in baumwollähnliche Einzelfasern zerlegt. Diese Verfahren ist aufgrund der in Deutschland geltenden Umweltschutzbestimmungen und schwer zu realisieren. Die Eigenschaften Leinen ist sehr haltbar, steif im Griff und knittert stark ("Edel-Knitter"). Es nimmt die Feuchtigkeit gut auf und flust nicht (Eignung für Geschirrtücher). Außerdem verfügt Leinen über eine gute Wärmeleitung, Unregelmäßigkeiten im Garn bzw. im Gewebe durch die Faderverdickungen. Leinen hat eine hohe Festigkeit. Die Zugfestigkeit beträgt ca: 20-65 Rkm und die Naßfestigkeit ist um 30% höher als die Trockenfestigkeit. Des weiteren verfügt Leinen über einen kühlen Griff, leichten Glanz und ist kaum dehnbar. Im trockenen Zustand beträgt die Dehnung ca: 101,5 - 104,0% und im naßen Zustand 115-125%) - Leinen hat damit die geringste Dehnbarkeit aller Naturfaserstoffe. Leinenfasern schließen kaum Luft ein. Deshalb verfügt Leinen über eine geringe Wärmehaltung. Ferner ist Leinen schwer anfärbbar und laugenunempfindlich, wohl aber empfindlich gegenüber Säuren und anfällig für Stockflecken. Die Länge der Fasern liegt bei ca: 100 - 800mm und die Elementarfasern sind ca: 25 - 40mm lang. Die Feinheit von Leinen beträgt 10 - 30 Mikron. Leinen ist von Natur aus gelblich und hat eine Dichte von 1,43 - 1,50g pro Kubikzentimeter und damit eine hohe Dichte. Außerdem verfügt Leinen über eine gute Quell- & Saugfähigkeit, über eine geringe Lichtbeständigkeit im feuchten Zustand und es lädt sich nur gering elektrostatisch auf. Die Verwendung Leinen wird sowohl für Bekleidungsstoffe (hauptsächlich Sommermaterial z.B. Blusen, Hemden, Röcke, Hosen, Kostüme,...) als auch im Bereich der Haustextilien eingesetzt. Hier wird es u.a. für Geschirrtücher, Bettwäsche, Tischwäsche oder für Möbel- und Dekostoffe verwendet. Weitere Einsatzgebiete sind Dirndlleinen, Seilerwaren und Nähzwirne. Die Leinenstoffe Beispiele für Stoffe, die aus Leinen hergestellt wurden sind: Drell, Halbleinen, Siebleinen, Klötzelleinen, Leinenbatist, Reinleinen,.... Die Gütezeichen Beim Leinen unterscheidet man nach dem Gütezeichen für reines Leinen, wobei der Leinenanteil 100% betragen muß, und Halbleinen. Das Zeichen für Halbleinen darf nur verwendet werden, wenn die Kette aus reiner Baumwolle ist und der Schuß aus reinem Leinen besteht. Der Anteil von Leinen darf nicht geringer sein als 40%. Außerdem ist die Angabe: "Kette reine Baumwolle - Schuß reines Leinen" Pflicht. Die Herkunft Leinen wird v.a. in Rußland, Irland, Belgien, Niederlande, Deutschland, China, in der Ukraine und in Frankreich angebaut und produziert. Die Pflege Leinen kann man grundsätzlich kochen. Bei Färbungen ist aber Vorsicht geboten. Das Chloren von Leinen ist erlaubt. Leinen sollte bei drei Punkten (ca: 220°C) gebügelt werden. Das Bügeln ist einfacher, wenn dem letzten Spülgang Spülstärke hinzugefügt wurde. In der chemischen Reinigung kann Leinen mit allen üblichen Lösungsmitteln behandelt werden. Außerdem kann Leinen im Trockner getrocknet werden. Beachten Sie bitte immer die Angaben des Herstellers!!! |
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